Great Ocean Road – Eine Rundreise Teil 1

Irgendwie hatte ich kein Glück. Schon den zweiten Köder im Ozean versengt und trotzdem noch nichts gefangen.  Dabei hoffte ich so sehr endlich einen Fisch an die Angel zu bekommen. Die Angelstelle in Victor Habour, etwa 70 km süd-östlich von Adelaide, hatte mir ein Motorradmechaniker empfohlen. Wir kamen ins Gespräch nachdem ich meinen Vorderreifen in seiner Werkstatt hatte wechseln lassen. Meine Angel auf dem Motorrad ist ihm schnell aufgefallen. Als ich ihm erzählte, dass ich bisher noch keinen Fisch gefangen hatte, erzählte er mir von seiner Lieblingsstelle, in der nun ein Angelhaken von mir hängt.

Am Murray River

Am Murray River

Mein Cockpit - KLR 650

Mein Cockpit - KLR 650

Ganz wohl fühlte ich mich mit dem neuen Reifen nicht. Der Lenker wackelte stark wenn ich bremste. Auch beim Beschleunigen wurde das Motorrad unruhig. Mittlerweile war es 14 Uhr. Wenn ich an diesem Tag noch ein paar Kilometer schaffen wollte, musste ich meine Angel einpacken und weiter fahren, denn die Sonne ging nun im März bereits gegen 19 Uhr unter. In zwei Wochen wollte ich wieder zurück in Gawler sein, um mir ein bisschen Geld während der Weinlese im Barossa Valley zu verdienen. Das Motorrad benötigte neben einer großen Durchsicht einen neuen Kettensatz und demnächst auch einen neuen Hinterreifen. Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt bereits arbeiten. Aber auf Grund des außergewöhnlich starken Regens und dem für australische Verhältnisse kühlen Sommer, hatte sich der Beginn der Weinernte jedoch verschoben. Die Zeit wollte ich nutzen, um einen meiner Träume zu erfüllen und die „Great Ocean Road“ entlang zu fahren. Eine Straße westlich von Melbourne, die sich 300 km entlang der Küste schlängelt.  Sie ist von Kurven geformt und bietet fantastische Aussichten auf das offene Meer. Von Melbourne aus wollte ich dann die „Great Alpine Road“ Richtung Norden unter meine Räder nehmen, um dann im Hinterland zurück nach Gawler zu fahren.

Am zweiten Tag meiner Reise schlug ich mein Zelt in Kingston SE auf. Die Stadt ist durch den Fischerreibetrieb geprägt und heißt seine Besucher mit einer überdimensionalen Hummer-Statue willkommen.

Der Campingplatz entsprach australischem Standard. Der größte Teil der Stellflächen ist typischerweise für Wohnmobile oder Wohnanhänger gedacht. Sie verfügen meistens über einen Stromanschluss und werden als „powered campsite“ bezeichnet. Braucht man keinen Strom, kann man sich mit einer „unpowered campsite“ zufrieden geben. In der Regel sind dort Camper mit Zelten anzutreffen. Die Duschen und Waschräume sind in der Regel nach Geschlecht getrennt und bieten meistens eine gute Hygiene, da sie täglich gereinigt werden. Reisende mit größerem Budget mieten sich auch gerne eine „Cabine“, die je nach Ausstattung eine eigene Küchenzeile oder ein eigenes Bad beinhalten kann. Bisher hatte ich auf jedem Campingplatz eine BBQ-Area und meistens auch eine Campingküche vorgefunden. Nich selten hatten besonders gut ausgestatte Küchen einen Gasherd, einen Kühlschrank, einen Wasserkocher und eine Mikrowelle. Da die elektrischen Geräte einen Stromanschluss brauchen, hatte ich immer eine Möglichkeit meinen Laptop aufzuladen. Fast immer gab es auch Waschmaschine und Trockner.

Ich fand eine schöne Stelle neben zwei anderen Motorradfahrern. Wir kamen schnell ins Gespräch. „Wir können auch auf deutsch reden, wenn du magst“ bot mir Norbert, ein etwa Mitte 30 jähriger, in Kanada lebender Holländer, gleich an. Natürlich hatte er mich an meinem Akzent als Deutschen ausgemacht. Norbert fuhr zusammen mit seinem Verwandten Harry, einem über 70 Jahre alten Australier, für 3 Monate durch das Land. Mit ihren zwei Yamaha Motorrädern gaben sie ein sehr witziges Bild ab. Norbert fuhr eine XT 660. Eine Einzylinder-Reiseenduro die meiner Maschine ähnelte. Harry fuhr eine kleine 600ccm Chopper mit Anhänger. Darin waren neben Kochutensilien wie einem elektrischen Wasserkocher auch Campingtisch und Stühle verstaut: Camping deluxe! Mit solch einem Fahrzeug könne man keine unbefestigten Straßen befahren, berichtete mir Norbert. So verlief die Reise der Beiden von Brisbane über Alice Springs bis zum Süden von Australien auf den asphaltierten Highways des Landes. Wir verbrachten den Rest des Abends gemeinsam. Vor den Motorrädern stehend, erzählten wir uns gegenseitig unsere Geschichten und tauschten Erfahrungen aus. Während meiner bisherigen Reise kam es fast täglich dazu, dass ich von interessierten Menschen angesprochen wurde. Ich erzählte dann in einigen wenigen Sätzen meine Geschichte. Nach einiger Zeit war ich selbst davon gelangweilt. An diesem Abend war es aber anders. Wir fanden die Zeit auch über kleine Details unserer Vergangenheit zu sprechen. Und so verließ das Gespräch nach einer Weile die Motorradreisen und wir sprachen über alles Mögliche.

Sonnenuntergang Kingston SE

Sonnenuntergang Kingston SE

 

Harry und Norbert standen sehr früh auf. Als ich aus meinem Zelt kroch frühstückten sie bereits. Dankend nahm ich Norberts Angebot eines frisch gebrühten Kaffees an und gesellte mich zu den beiden. Wie so häufig trödelte ich ein wenig rum und so kam es, dass beide zur Abfahrt bereit waren, als ich gerade unter die Dusche gehen wollte. Wir verabschiedeten uns, denn wir würden unsere eigenen Wege gehen. Doch es kam anders. Eine Stunde später war auch ich zur Abfahrt bereit und nach 100 Kilometern traf ich die beiden auf dem Princes Highway an einer Tankstelle. Gemeinsam fuhren wir in die Stadt Mount Gambier und besichtigen den Kratersee „Blue Lake“.

Blue Lake - Mt. Gambier

Blue Lake - Mt. Gambier

Stimmen die Aussagen der Informationstafeln, dann waren hier vor 4300 Jahren die letzte Vulkanausbrüche in Australien gewesen. Seinen Namen hätte der See auf Grund seiner prächtigen blauen Farbe, die er zwischen Dezember und März zeigt. In den anderen Monaten würde seine Farbe in einen Grauton wechseln. Ein Phänomen, welches der Wissenschaft bisher noch ein Rätsel sei. Von Mount Gambier aus fuhren wir zu dritt weiter nach Portland. Ich ließ Harry und Norbert vor mir herfahren und erlebte so nach langer Zeit wieder die Dynamik einer Motorradgruppe. Dabei war ich sehr beeindruckt, wie Harry sein Gespann auf der Straße hielt. Ab 100 km/h wurde sein Motorrad durch den Anhänger instabil und fing leicht an zu eiern. Aber auch die Kurvenfahrt sah sehr interessant aus. Statt wie auf einer Chopper üblich mittig auf dem Motorrad sitzend, die Maschine langsam durch Lenkimpulse in Schräglage zu bekommen, lehnte sich Harry wie ein Sportfahrer etwas in das Kurveninnere. Wahrscheinlich ließ sich das Motorrad durch den Anhänger sehr schwer in die Schräglage bringen.

 

Während einer für Harry obligatorischen Kaffeepause standen Norbert und ich vor unseren Motorrädern. „Weißt du was ich sehe wenn ich unsere Motorräder anschaue?“ fragte mich Norbert, „Abenteuer!“. Er habe genug von der Asphaltstraße. Ich hatte den Eindruck, dass Norbert von seiner Reise ein bisschen gelangweilt war. Er wolle auf Schotterpisten, auf Dirt-Tracks oder einfach nur querfeldein fahren. Norbert war dankbar für seinen Begleiter, aber es trennten beide einige Jahre. Und als Fahrer einer Reiseenduro juckte es ihn immer mal wenn er eine Sandstraße sah. Tatsächlich überlegten wir beide ob wir nicht ein paar Tage gemeinsam weiter fahren könnten. Wir hatten das gleiche Verständnis von einer Motorradreise und teilten einen ähnlichen Humor. Aber Norbert wollte Harry nicht alleine fahren lassen. Außerdem mussten Sie bald zurück und hatten einen straffen Zeitplan. Ihre Route passte auch nicht zu meiner, so dass es bei einer schönen Idee blieb. In Portland trennten sich unsere Wege. Beide Yamahas steuerten einen weiteren Verwandten an, bei dem sie eine Nacht verbringen würden. Mich trieb es weiter Richtung „Great Ocean Road“. 50 Kilometer weiter stoppte mich aber schon die Ausschilderung eines Campingplatzes in Yambuk.  Ein Campingplatz an einem „Lake Entrance“ wurde darauf versprochen. Als ich kurze Zeit später mein Zelt aufbaute fiel mir ein, dass ich gar keine Kontaktdaten von den beiden hatte. Harry wohnt in Brisbane und Norbert arbeitet als Trucker in Kanada. Das war alles, was ich über die beiden wusste. Wir hatten keine Emailadresse oder Telefonnummer ausgetauscht. Die beiden werde ich wahrscheinlich nie wieder sehen. Auch noch einige Zeit später dachte ich immer wieder an diese Begegnung. So male ich mir manchmal noch heute aus, was wir unter anderen Umständen alles noch gemeinsam hätten erleben können. Norbert und ich waren uns sehr ähnlich und waren in einem vergleichbaren Lebensabschnitt. Beiden war uns unsere berufliche Karriere in diesem Moment nicht so wichtig. Wir wollten die Welt sehen und wir sahen sie. Wir wollten viele unterschiedliche Menschen treffen. Wir suchten Kontraste zu unserem bisherigen Leben und taten dies auf die gleiche Art und Weise – auf einem Motorrad.

Norbert und Harry

Norbert und Harry

 

Die dritte Nacht war deutlich kälter als die Nächte zuvor und man merkte nun, dass der Sommer in Australien vorbei war. Sobald die Sonne unterging wurde es kalt und Feuchtigkeit zog auf. Mein dünner Sommerschlafsack reichte nicht mehr um mich warm zu halten. So schlief ich in langer Trekkinghose und Fleecejacke. Auch tagsüber machte mir das Wetter zu schaffen. Während der Fahrt trug ich unter meiner Motorradjacke eine Softshelljacke und über allem meine Regenjacke um den Wind abzuhalten. Sobald ich anhielt, wurde es aber unerträglich heiß. Ich schätze die Temperaturen im Schatten auf knapp über 20 Grad. In der direkten Sonnenbestrahlung waren es aber bestimmt 30 Grad.

Gegen Mittag erreichte ich den Ort Warrnambool, das westliche Tor zur „Great Ocean Road“. Üblicherweise befährt man diese Straße von Melbourne Richtung Westen. Durch den Linksverkehr ist man dann dem Wasser am nächsten. Bedingt durch meine Route kam ich von der Gegenrichtung.

Der erste Teil der Straße führte mich entlang einer vom Regen und vom Ozean zerklüfteten felsigen Hochebene. Die Straße führte nicht direkt am Wasser entlang, so dass ich nicht immer das Ufer und den Ozean sehen konnte. An den spektakulärsten Felsformationen wurden deswegen Aussichtspunkte mit Parkplätzen errichtet. Die bekanntesten sind wohl die „Twelve Apostles“ und das „Island Archway“. Letzteres war eine Brückenformation, die im Jahr 2009 einstürzte. Auf einer Autoreise hatte ich 2004 die Verbindung beider Felsen sehen können. Nun standen nur noch zwei große Steine im Wasser.

Aber auch vor den „Twelve Apostles“ machte die Erosion keinen Halt. Von den ursprünglich zwölf im Wasser stehenden Felsen existieren nur noch acht, denn der weiche Kalkstein verliert permanent durch Wind und Wasser an Masse. Auch die übrigen Felsen werden also irgendwann nicht mehr die Südküste Australiens bewachen.

Da ich sieben Jahre zuvor die meisten Gesteine bereits gesehen hatte, hielt ich diesmal nur an zwei Aussichtspunkten an. Tatsächlich musste ich mich sogar dazu zwingen, den Fluss der langgezogenen Kurven zu unterbrechen. Von der Sonne aufgewärmt glitt ich auf der leeren Straße an überfüllten Parkplätzen entlang. Irgendwie verspürte ich keinen Drang überall anzuhalten und von jedem Felsen ein Foto zu machen. Und ehe ich es richtig bemerkte war der erste Abschnitt der „Great Ocean Road“ auch schon vorbei.

In Lavers Hill verließ ich die „Great Ocean Road“ um eine kleinere, teilweise unbefestigte Straße durch den „Great Otway National Park“ zu nehmen. Ein beeindruckender Abschnitt war eine 30 Kilometer lange einspurige Straße, die durch einen Regenwald führte. Die engen Kurven und der feuchte Straßenbelag ließen Geschwindigkeiten über 30 km/h nicht zu. Entspannt schlängelte ich mich entlang riesiger Farne und hoher Bäume. Vor besonders engen Kurven hupte ich, um den eventuellen Gegenverkehr auf mich aufmerksam zu machen. Es war Zeit für eine stärkende Pause. Ich stieg vom Motorrad und setzte den Helm ab. Ich atmete tief durch und nahm den Duft des Regenwaldes tief in mich auf. Er war so anders als wenige Kilometer zuvor an der Küste. Auch die Temperatur war viel niedriger als zuvor und am Himmel entdeckte ich sogar dunkle Wolken. Es war erstaunlich, wie schnell sich die Natur innerhalb weniger Kilometer ändern konnte. Gerade fuhr ich durch eine schroffe, felsige und warme Küstenlandschaft und nun war ich in einem feuchten, kühlen mit riesigen Pflanzen bewachsenen Regenwald. Der Übergang war so schnell und direkt, ich konnte mich gar nicht daran gewöhnen und war von der neuen Umwelt überwältigt. Aber so schnell wie ich in den Regenwald kam, so schnell entfernte ich mich auch wieder von ihm. 20 Kilometer und ein paar Kurven später sah ich wieder den Ozean. Ich blickte zum Himmel – und es waren keine Wolken zu sehen.

Great Otway National Park

Great Otway National Park

 

 

Die Kurven wurden enger – der Verkehr nahm zu. Plötzlich fand ich mich in einer von Touristen eingenommenen Urlaubsregion wieder. Da die Route typischerweise von Westen nach Osten befahren wird, hatte ich auf meiner Spur weniger Verkehr. Allerdings spielt es keine große Rolle, ob man im Überholverbot direkt hinter einem langsamen Wohnmobil fährt oder 10 Fahrzeuge dahinter.  Es half alles nichts, ich musste mich dem Verkehr anpassen. Die Strände waren von Menschen überfüllt. Hunderte von Surfern saßen auf ihren Brettern im Wasser und warteten auf die perfekte Welle. Ich sah ein paar felsige Strandabschnitte und spielte mit dem Gedanken meinem Anglerglück erneut eine Chance zu geben. Auf meinem Navigationsgerät suchte ich den nächstgelegenen Campingplatz, folgte der Anweisung und wurde im Ort Lorne fündig.

An der Schiebetür der Anmeldung machte mich ein Zettel etwas unruhig. „No Vacancies“ in fetter schwarzer Schrift stellten sich mir in den Weg. Belegt? Ach sie würden schon einen kleinen Platz für mein Zelt haben, dachte ich mir und schob die Glastür zur Seite. Aber ich täuschte mich. Der Campingplatz war komplett ausgebucht! Der Grund? Ein verlängertes Wochenende durch einen Feiertag am Montag. Ob sie denn wüssten wo noch etwas frei wäre, fragte ich das Personal am Tresen. Ich sollte es Richtung Melbourne versuchen, in der anderen Richtung würde ich wohl nichts finden. Das war keine so schlechte Nachricht, denn dies war auch meine Richtung. Doch Ort für Ort das gleiche Bild: Ausgebucht! Mittlerweile war ich in Anglesea angekommen, dem letzten Ort am Ende der „Great Ocean Road“. Ich öffnete erneut die Tür einer Rezeption und fragte nach einem Platz für mein Zelt. Diesmal hatte ich das Glück auf meiner Seite. Es gab noch einen freien Platz. Klasse! „How mutch is it?“, fragte ich nach dem Preis. „Fifty Dollar“, schallte es mir entgegen. Wie vom Hammer getroffen fragte ich entsetzt ob es 15 oder 50 Dollar seien, „Five, zero“. Mit großen Augen schaute ich meinen Gegenüber an. „Fithy Dollar? I don’t wanna buy a site! It is just for one night!“, reagierte ich entsetzt und brachte zum Ausdruck, dass dies weit über dem ist, was ich bereit wäre zu zahlen. 50 Dollar für eine Nacht im Zelt sind auch für australische Verhältnisse überteuert und ich wurde das Gefühl nicht los, dass man aus dem aktuellen Engpass an Plätzen maximalen Profit machen wollte. Das können Sie gerne machen, aber nicht mit mir, dachte ich und wünschte dem Herrn noch einen guten Tag.

Doch wo sollte ich nun übernachten? Mit der Hilfe meines Navigationsgerätes suchte ich erneut nach einem Campingplatz. Der nächste wurde mir in der Stadt Geelong angezeigt. Das waren nochmal 40 Kilometer. Die Uhr zeigte bereits 18:30 Uhr an und ich machte mir Sorgen ob ich noch zur Öffnungszeit ankommen würde. In meiner Not, rief ich Jule an. Ich bat Sie im Internet die Telefonnummer des Campingplatz ausfindig zu machen und dort anzurufen, denn dummerweise war nun auch noch mein Guthaben für das Handy verbraucht.

Man erwartete mich bereits in Geelong. Wohl weniger aus Besorgnis, sondern vielmehr des Feierabends wegen. Erschöpft von den vielen Kilometern, den Eindrücken und des stressigen Tagesausgangs setzte ich mich in meinem Campingstuhl. Die „Great Ocean Road“ an einem Tag abgefahren. „Könnte ich morgen glatt noch mal machen“, dachte ich mir – mit einem zwinkernden Auge.

Am nächsten Tag befand ich mich auf dem fünfspurigen Highway Richtung Melbourne. In der Stadt suchte ich mir zur Mittagszeit einen kleinen Park zum ausruhen. Der Verkehr war passend zur Großstadt hektisch und laut geworden und erforderte von mir höchste Konzentration. Eine Woche vor dem „Großen Preis von Australien“ bereitete sich die Stadt zudem auf den Saisonstart der Formel Eins vor. So ließen Umleitungen die Routenvorgaben meines Navis als uninteressante Alternativen verkümmern.

Als dunkle Regenwolken aufzogen verwarf ich meinen Plan in Melbourne einen Campingplatz zu suchen und checkte in einem Motel im Partystadtteil St. Kilda ein. Am Abend zog ich zu Fuß durch die Straßen und warf ein paar Blicke in den einen oder anderen Pup. Die Situation erinnerte mich stark an meine Heimatstadt Berlin. Eine Weltstadt in der man trotz der Größe und der tollen Menschen in einer überfüllten Kneipe doch so allein sein kann. Als ich zwei junge Britten traf, die ein Possum mit Pommes frites fütterten, erfüllten sich zudem auch noch meine Klischees. „Ist das euer neuer Kumpel für die Nacht?“, fragte ich in englisch, „Ja, dass ist Adolf, das Possum.“ antwortete einer der beiden. Den Scherz sollte sich mal einer in Berlin erlauben.

Bisher gefahrene Strecke:

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Great Ocean Road

Im nächsten Bericht:

„.. am Kupplungsgehäuse lief Öl herunter…kündigte ein Straßenschild für die nächsten 40 Kilometer Kurven an…doch auch nach dem nächsten Ort wollte der Heuschreckenschwarm nicht abreizen… stellte sich mir ein Känguru von beachtlicher Größe in den Weg…“

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